KI-Anwendung anbinden
Claude mit den eigenen Unternehmensdaten verbinden.
Für die Fachabteilung bleibt es ein Chat. Neu ist, worüber sie sprechen kann: nicht mehr nur über Allgemeinwissen, sondern über die Aufträge, Kunden und Rechnungen im eigenen Haus.
| Kunde | Aufträge |
|---|---|
| Kunde A | 4 |
| Kunde B | 3 |
| Kunde C | 2 |
Für den Anwender
Dieselbe Anwendung, ein anderer Gesprächsgegenstand.
Wer Claude Desktop schon nutzt, muss nichts Neues lernen. Es kommt kein zusätzliches Portal dazu, kein Report-Designer und keine Schulung auf ein Datenmodell. Gefragt wird in derselben Oberfläche wie bisher.
Der Unterschied liegt darunter: Über MCP steht dem Client das semantische Modell Ihres Systems zur Verfügung. Fragt jemand nach offenen Rechnungen, wird der Begriff gegen Ihre Definition aufgelöst und die Antwort aus Ihrer Datenbank gelesen.
Die Fachabteilung fragt im gewohnten Werkzeug. Geantwortet wird aus Ihrer Datenbank.
Weil Claude mehrstufig arbeitet, sind auch zusammengesetzte Fragen beantwortbar: zwei Zeiträume vergleichen, einen zweiten Fachbereich hinzuziehen, ein Zwischenergebnis prüfen und die Frage nachschärfen. Für den Anwender sieht das aus wie ein Gespräch.
Transparenz
Was das Modell dabei sieht – und was nicht.
Diese Aufstellung ist der Grund, warum die Wahl des Betriebsmodus vor der Einführung getroffen werden muss.
- Beschreibung des Fachmodells
- Ja. Begriffe, Beziehungen und Regeln Ihres Modells werden übermittelt – das Modell braucht sie, um überhaupt einen sinnvollen Plan zu bilden.
- Abfrageergebnisse
- Ja, bei Anbindung einer externen KI-Anwendung. Das Modell übernimmt das Reasoning und muss Zwischenergebnisse bewerten können. Das ist keine Nebenwirkung, sondern die Funktionsweise dieses Modus.
- Zugangsdaten zur Datenbank
- Nein. Das Sprachmodell erhält keine Zugangsdaten und keine Netzwerkverbindung zur Datenbank.
- Ihre Tabellenstruktur
- Nein. Das Modell arbeitet auf Fachbegriffen, nicht auf Tabellen und Spalten – es erzeugt kein SQL.
- Ihr Datenbestand insgesamt
- Nein. Es wird nichts replikiert, synchronisiert oder importiert. Übermittelt wird nur, was eine konkrete Abfrage als Ergebnis liefert.
Die Entscheidung davor
Ob Abfrageergebnisse Ihr Netz verlassen, entscheiden Sie – nicht das Werkzeug.
Es gibt zwei Betriebsmodi. Bei der Anbindung einer externen KI-Anwendung liegt das Reasoning beim Modell des Anbieters; dessen Modell sieht dabei auch Abfrageergebnisse. Bei der eigenen Oberfläche sieht das Sprachmodell nur die Beschreibung des semantischen Modells, und die Ergebnisse bleiben im Haus.
Beides ist umgesetzt und im Einsatz. Die Wahl ist deshalb keine technische Einschränkung, sondern eine Datenschutzentscheidung – und sie gehört vor die Einführung, nicht danach.
Wenn Abfrageergebnisse das Unternehmen nicht verlassen dürfen, ist die eigene Oberfläche der Weg.
Was ein Modellanbieter mit übermittelten Daten vertraglich darf, steht in seinen Bedingungen. Diese Seite benennt die Verantwortung, statt sie zu übernehmen: Wer eine externe KI-Anwendung anbindet, sollte die Vertragslage seines Anbieters kennen und seine Datenschutzfolgenabschätzung darauf aufbauen.
Beispiel
Eine mehrstufige Frage, wie sie im Alltag gestellt wird.
Schematische Darstellung. Begriffe, Regeln und Werte sind Beispiele; in Ihrem System stehen dort Ihre eigenen Definitionen.
| Kunde | Rückgang | Offen |
|---|---|---|
| Kunde A | −38,6 % | 18.400 € |
| Kunde B | −23,0 % | — |
| Kunde F | −11,4 % | 7.150 € |
- Begriffe
- Kunde, Bestellung, Rechnung, offen – aufgelöst über das semantische Modell.
- Zeiträume
- Letztes abgeschlossenes Quartal gegen dasselbe Quartal des Vorjahres.
- Rechnung gilt als offen
- Gestellt, nicht storniert, Zahlungseingang kleiner als Rechnungsbetrag – bewertet zum Stichtag.
- Bestellwert
- Summe der Auftragspositionen ohne Stornopositionen, bewertet zum Auftragsdatum.
Andere Werkzeuge
Was erprobt ist – und was nur möglich ist.
Getrennt aufgeführt, weil der Unterschied für eine Einführungsentscheidung zählt.
- Claude Desktop
- Erprobt und im Einsatz. Dieser Weg ist getestet.
- Weitere MCP-fähige Clients
- Durch den offenen Standard technisch angelegt. Eine getestete Zusage für einen bestimmten anderen Client ist das nicht – welche Clients MCP unterstützen, entscheidet der jeweilige Anbieter.
- ChatGPT
- Nicht erprobt. Wenn die Anbindung über eine externe KI-Anwendung für Sie an ein bestimmtes Produkt gebunden ist, gehört das in die technische Sichtung – hier steht dazu bewusst keine Zusage.
- Eigene Oberfläche
- Umgesetzt und im Einsatz. Der Weg ohne externen Client, wenn Abfrageergebnisse das Haus nicht verlassen sollen.
Klarstellung
Ihre Daten fließen in kein Modelltraining.
Es wird kein Modell mit Ihren Daten trainiert. Was im Betrieb wächst, ist die Beschreibung Ihres Fachmodells – als lesbare, überprüfbare Definition, nicht als Modellgewicht.
Das ist auch der Grund, warum Verbesserungen nachvollziehbar sind: Jeder Zugewinn geht auf eine benannte Lücke und eine dokumentierte fachliche Entscheidung zurück, nicht auf einen Trainingslauf, dessen Wirkung niemand belegen kann.
Häufige Fragen
Fehlt Ihnen eine Frage? Ausführliche Antworten zu Betrieb und Datenzugriff stehen auf der Sicherheitsseite.
- Sieht der Anbieter der KI-Anwendung unsere Daten?
Bei Anbindung einer externen KI-Anwendung sieht dessen Modell die Abfrageergebnisse, weil es sie für das Reasoning bewerten muss. Nicht übermittelt werden Zugangsdaten, Tabellenstrukturen oder der Datenbestand als Ganzes.
Was der Anbieter mit übermittelten Daten vertraglich darf, steht in seinen Bedingungen – dazu wird hier bewusst keine Zusage gemacht. Wenn Abfrageergebnisse das Unternehmen nicht verlassen dürfen, ist die eigene Oberfläche der richtige Modus.
- Brauchen wir dafür Lizenzen der KI-Anwendung?
Für den Weg über eine externe KI-Anwendung ja: Der Client und das dahinterliegende Sprachmodell werden vom jeweiligen Anbieter bezogen, mit dessen Konditionen.
Für den Weg über die eigene Oberfläche entfällt der Client. Ein Sprachmodell mit ausreichender Reasoning-Fähigkeit wird weiterhin benötigt; ein vollständig lokal betriebenes Modell ist in Arbeit und heute nicht Teil des Leistungsstands.
- Kann jeder Mitarbeiter dann alles abfragen?
Nein. Rollen und Rechte sind im semantischen Modell abgebildet und werden bei der Prüfung des Abfrageplans ausgewertet – nicht erst beim Anzeigen des Ergebnisses. Was eine Rolle nicht sehen darf, wird nicht abgefragt.
Ihre bestehende Benutzerverwaltung bleibt davon unberührt. Die Rechte für die Abfrage werden zusätzlich vergeben, nicht aus Ihrem System übernommen.
- Welches Sprachmodell wird benötigt?
Beschrieben wird hier die Leistungsklasse und nicht die Version: Für mehrstufige Fragen wird ein aktuelles Reasoning-Modell benötigt, das eine Frage in Schritten abarbeiten und Zwischenergebnisse bewerten kann.
Konkrete Versionsangaben wechseln schneller, als eine Website gepflegt wird – eine veraltete Angabe wäre irreführend. Welche Modelle im konkreten Setup geprüft sind, gehört ins Gespräch.
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