Betrieb im eigenen Netz
Self-hosted KI für sensible Unternehmensdaten.
„Self-hosted“ ist keine Eigenschaft, die ein Produkt hat oder nicht hat – sie gilt pro Komponente. Deshalb steht hier einzeln, was in Ihrer Infrastruktur läuft und was nicht.
Begriffsklärung
Die Frage ist nicht, ob self-hosted. Sondern welcher Teil.
Bei einem KI-System, das Unternehmensdaten auswertet, sind mehrere Komponenten beteiligt: die Beschreibung Ihres Fachmodells, die Schicht, die Abfragepläne prüft, der Datenbankzugang, eine Oberfläche und ein Sprachmodell, das die Denkarbeit übernimmt.
Diese Komponenten müssen nicht am selben Ort laufen – und für eine Datenschutzbewertung ist genau die Aufteilung die relevante Information. Eine pauschale Aussage „läuft bei Ihnen“ verdeckt die einzige Stelle, an der es interessant wird.
Der Datenbestand bleibt in jedem Fall bei Ihnen. Es gibt keine Replikation, keine Synchronisation und keinen Import.
Komponenten
Welche Komponente wo läuft.
Diese Aufstellung ist der Kern der Seite. Sie ist auch die Grundlage, auf der eine Datenschutzfolgenabschätzung aufsetzen kann.
- Semantisches Modell
- In Ihrer Infrastruktur. Die Beschreibung Ihrer Fachbegriffe, Beziehungen und Regeln ist eine Beschreibung Ihres Systems und liegt bei Ihnen.
- Prüfschicht
- In Ihrer Infrastruktur. Die Stelle, an der Abfragepläne gegen Modell und Rollenrechte geprüft und in lesende Abfragen übersetzt werden.
- Datenbankzugang
- In Ihrer Infrastruktur. Die Verbindung besteht zwischen Ihrer Datenbank und der Prüfschicht – läuft diese bei Ihnen, verlässt die Datenbankverbindung Ihr Netz nicht.
- Eigene Oberfläche
- In Ihrer Infrastruktur. Umgesetzt und im Einsatz; der Weg ohne externen KI-Client.
- Protokollierung
- In Ihrer Infrastruktur. Frage, geprüfter Plan und ausgeführte Abfrage werden auf Ihrer Seite protokolliert.
- Sprachmodell
- Das ist die Ausnahme – siehe den folgenden Abschnitt. Ein vollständig lokal betriebenes Modell ist in Arbeit und heute nicht Teil des Leistungsstands.
Die Einschränkung
Das Sprachmodell ist heute der Teil, der nicht lokal läuft.
Für mehrstufige Fragen wird ein aktuelles Reasoning-Modell benötigt – eines, das eine Frage in Schritten abarbeitet, Zwischenergebnisse bewertet und sich korrigiert. Diese Fähigkeit ist der Grund, warum zusammengesetzte Fragen überhaupt beantwortbar sind.
Ein vollständig lokal betriebenes Modell steht im Entwicklungsstand unter „In Arbeit“. Es ist damit keine Zusage, sondern ein Ziel. Wer heute einen Betrieb ohne jeden externen Modellaufruf verlangt, bekommt hier nicht die Antwort, die er hören möchte – aber die richtige.
Was heute möglich ist: dass keine Abfrageergebnisse das Haus verlassen. Was heute nicht möglich ist: dass kein Modellaufruf das Haus verlässt.
Der Unterschied ist erheblich. In der eigenen Oberfläche sieht das Sprachmodell nur die Beschreibung des semantischen Modells – Begriffe, Beziehungen und Regeln – und nicht die Daten, die eine Abfrage zurückgibt. Übermittelt wird damit die Struktur Ihres Fachmodells, nicht Ihr Datenbestand.
Ob diese Struktur für Ihr Haus schon als schützenswert gilt, ist eine Bewertung, die Sie treffen müssen. Sie gehört ins Sicherheitsgespräch – nicht in eine pauschale Zusage auf einer Website.
Betriebsmodi
Was in welchem Modus das Unternehmen verlässt.
Beide Modi sind umgesetzt und im Einsatz. Die Wahl ist eine Datenschutzentscheidung, keine Komfortfrage.
Was das bringt
Warum die Aufteilung praktisch relevant ist.
Nicht aus Prinzip, sondern weil sie vier konkrete Fragen beantwortbar macht.
Der Datenbestand bleibt an einem Ort
Keine zweite Datenhaltung, kein Ladeprozess, kein Zeitversatz zwischen Original und Kopie. Damit entfällt auch die Frage, wer die Kopie schützt.
Der Zugriff ist entziehbar
Der lesende Datenbankbenutzer wird auf Ihrer Seite angelegt und gehört Ihnen. Ihn zu entziehen beendet den Zugriff – ohne Rückbau in Ihrer Software.
Die Protokolle liegen bei Ihnen
Wer wann was gefragt hat und welche Abfrage lief, steht in Ihrem Netz. Für eine Prüfung ist das der Unterschied zwischen Nachweis und Anfrage beim Anbieter.
Rollen und Rechte bleiben in Ihrer Hand
Die Rollenprüfung findet in der Prüfschicht statt, also bei Ihnen. Was eine Rolle nicht sehen darf, wird nicht abgefragt und geht damit auch nicht an ein externes Modell.
Ehrlicher Stand
Was hier bewusst nicht behauptet wird.
Kein vollständig luftdicht getrennter Betrieb. Solange das Sprachmodell extern läuft, gibt es einen ausgehenden Aufruf – auch in der eigenen Oberfläche, in der keine Abfrageergebnisse übermittelt werden.
Keine Zertifizierungen. Auf dieser Website steht keine Compliance-Aussage, die nicht belegt werden kann, und keine Zusage zu Zertifikaten, die nicht vorliegen.
Und keine Angaben zu Hardwarebedarf oder Betriebskosten. Was der Betrieb bei Ihrer Datenmenge und Ihrem Abfrageprofil verlangt, gehört in die technische Sichtung; Zahlen dazu wären an dieser Stelle geraten.
Häufige Fragen
Fehlt Ihnen eine Frage? Ausführliche Antworten zu Betrieb und Datenzugriff stehen auf der Sicherheitsseite.
- Können wir das System vollständig offline betreiben?
Heute nicht. Semantisches Modell, Prüfschicht, Datenbankzugang, Oberfläche und Protokollierung laufen in Ihrer Infrastruktur; das Sprachmodell für das Reasoning ist derzeit extern.
Ein vollständig lokal betriebenes Modell ist in Arbeit. Es steht als Ziel im Entwicklungsstand und wird hier ausdrücklich nicht als verfügbare Eigenschaft dargestellt.
- Was genau wird an das externe Sprachmodell übermittelt?
In der eigenen Oberfläche: die Frage des Anwenders und die Beschreibung des semantischen Modells – Begriffe, Beziehungen und Regeln, die das Modell für einen Abfrageplan braucht. Nicht übermittelt werden Abfrageergebnisse, Zugangsdaten oder Ihre Tabellenstruktur.
Bei Anbindung einer externen KI-Anwendung kommen die Abfrageergebnisse hinzu, weil dessen Modell sie für das Reasoning bewerten muss. Welcher Modus für Ihr Haus in Frage kommt, ist deshalb vor der Einführung zu klären.
- In welcher Form wird das bei uns bereitgestellt?
Als Container-Deployment. Damit lässt sich der Dienst in eine bestehende Container-Plattform einhängen, ohne dass Ihre Anwendungen davon berührt werden.
Welche konkrete Ausgestaltung passt – Netzsegment, Zugriffswege, Protokollziele – wird pro Projekt festgelegt und schriftlich vereinbart, bevor das System an echten Daten arbeitet.
- Wer betreibt den Dienst, wenn er in unserem Netz läuft?
Das ist eine der Punkte, die pro Projekt festgelegt werden und nicht standardisiert zugesagt sind. Denkbar ist beides: Betrieb durch Ihre IT mit fachlicher Begleitung oder Betrieb mit direktem Zugriff durch Gerling Solutions.
In der Pilotphase gibt es dabei kein Support-Ticketsystem: Sie sprechen mit dem Entwickler, der das System gebaut hat.
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