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ERP & operative Systeme

ERP-Daten mit KI auswerten – ohne das ERP neu zu bauen.

In dem System, das Ihren Betrieb trägt, stecken Jahre an Entscheidungen: Wie ein Auftrag als abgeschlossen gilt, wann ein Kunde aktiv ist, welcher Status welche Bedeutung hat. Dieses Wissen ist vorhanden – nur nicht in einer Form, die ein Sprachmodell lesen kann. Genau dort setzt eine semantische Schicht an.

Keine Änderung am ERPSourcecode als zusätzliche QuelleNur lesender Zugriff
Fachfrage
„Welche Kunden …?“ – in den Begriffen des Hauses
Fachliche Interpretation
Worum wird eigentlich gebeten?
Semantische Schicht
Begriffe, Beziehungen, Statuswerte, Regeln
Abfrageplan
Was gelesen werden soll – noch nicht wie
Validierung
Gegen Fachmodell und Rollenrechte, vor dem Zugriff
Datenbank
Lesende Abfrage, erzeugt vom System
Antwort mit Herleitung

Ausgangslage

Das wertvollste Wissen Ihres Hauses ist nicht dokumentiert.

Ein operatives System, das seit zehn oder zwanzig Jahren läuft, ist mehr als eine Datenablage. Es ist die Summe aller fachlichen Entscheidungen, die in dieser Zeit getroffen wurden – jede Sonderregel, jede Ausnahme, jede Anpassung an einen Kunden, den es seit acht Jahren gibt.

Nur steht das alles nicht in einem Handbuch. Wer die Dokumentation eines gewachsenen Systems liest, liest den Stand, der einmal geplant war. Was das System tatsächlich tut, steht woanders.

Das Wissen ist nicht verloren. Es ist nur an Orten abgelegt, an denen niemand nach Fachwissen sucht.

Wo das Wissen liegt

Sieben Orte, an denen Ihre Geschäftslogik tatsächlich steht.

Diese Aufstellung ist der Grund, warum ein allgemeines Sprachmodell eine gewachsene Unternehmensdatenbank nicht von selbst fachlich richtig interpretiert.

  • Datenbankstrukturen

    Welche Tabelle das führende Geschäftsobjekt enthält und welche eine Nebenrechnung – das Schema sagt es nicht. Namen aus drei Epochen stehen nebeneinander, und der Tabellenname ist in gewachsenen Systemen selten ein verlässlicher Hinweis.

  • Tabellenbeziehungen

    Ein Teil der fachlichen Zusammenhänge ist als Fremdschlüssel hinterlegt, ein anderer nicht. Verknüpfungen, die nur im Programmcode existieren, sind aus dem Schema nicht erkennbar – für eine Auswertung sind sie trotzdem entscheidend.

  • Statuswerte

    Eine Spalte enthält Zahlen von 1 bis 9. Welche davon „abgeschlossen“ bedeuten, welche nur historisch vorkommen und welche seit einem Release von 2019 nicht mehr vergeben werden, ergibt sich aus dem Code und nicht aus den Daten.

  • Sourcecode

    Die meisten Kennzahlen sind berechnet und nicht gespeichert. Ob ein Auftrag als offen zählt, wie ein Storno verrechnet wird, ab wann ein Kunde inaktiv ist: Das steht als Fallunterscheidung in einer Methode und in keiner Tabelle.

  • Validierungslogik

    Was das System beim Speichern verhindert, sagt viel darüber, was in den Daten vorkommen kann und was nicht. Eine Auswertung, die Fälle berücksichtigt, die es fachlich gar nicht gibt, rechnet an der Wirklichkeit vorbei.

  • Historische Sonderfälle

    Die Migration von damals, das Feld, das zwei Bedeutungen hatte, die Kundengruppe mit eigener Abrechnungslogik. Solche Fälle kennt eine Handvoll Menschen im Haus – und jede Auswertung, die sie übersieht, sieht trotzdem plausibel aus.

  • Geschäftsregeln

    Die Definitionen, nach denen Ihr Haus rechnet: Neukunde, Bestandskunde, offener Vorgang, Stornoquote, Durchlaufzeit. Jedes Unternehmen legt sie anders fest, und genau deshalb kann kein Modell sie mitbringen.

Ein allgemeines Sprachmodell sieht von alldem nur die Tabellen- und Spaltennamen. Den Rest muss es erraten – und es rät plausibel, was den Fehler schwerer erkennbar macht als ein offensichtlich falsches Ergebnis.

Der Ansatz

Ihre Geschäftslogik steckt bereits im System.

Deshalb beginnt die Arbeit nicht damit, das Fachmodell von Hand aufzuschreiben. Sie beginnt mit dem, was schon da ist: Das Datenmodell wird analysiert – Tabellen, Spalten, Datentypen, Beziehungen, tatsächlich vorkommende Wertebereiche. Und, soweit verfügbar, der Sourcecode der bestehenden Software.

Der Sourcecode ist dabei der eigentliche Unterschied. Er enthält die Berechnungen, die Fallunterscheidungen und die Statusübergänge – also genau die Bedeutungsebene, die im Schema fehlt. Aus beidem zusammen entsteht ein Vorschlag für das fachliche Modell, den Ihre Fachbereiche prüfen und korrigieren.

Die Dokumentation beschreibt, was gedacht war. Datenmodell und Sourcecode beschreiben, was tatsächlich passiert.

Das ist auch der Punkt, an dem sich eine gewachsene Individualsoftware von einer sauber dokumentierten Beispieldatenbank unterscheidet. Bei der Beispieldatenbank genügt das Schema, weil die Namen halten, was sie versprechen. Bei einem System mit zwanzig Jahren Historie ist das Schema die kleinere Hälfte der Information.

Bestehende Systeme
Sourcecode
Datenbank
Semantische Schicht
Fachbegriffe · Beziehungen · Bedeutungen · Regeln
MCP-Server · Chat-Oberfläche
„Welche Kunden …?“

Beispielfragen

Fragen, für die heute jemand eine Auswertung bauen müsste.

Vier Fragestellungen aus dem operativen Alltag – jeweils mit dem, was dafür fachlich feststehen muss. Sie zeigen die Art von Frage, um die es geht.

  • „Welche Bestandskunden bestellen deutlich weniger als im Vorjahr?“

    Setzt voraus: eine Definition von Bestandskunde, zwei nach derselben Regel gebildete Zeiträume und eine Festlegung, ab wann ein Rückgang „deutlich“ ist. Ohne diese drei Festlegungen ist die Frage nicht falsch beantwortet, sondern gar nicht beantwortbar.

  • „Welche Aufträge sind ungewöhnlich lange offen?“

    Setzt voraus: welche Statuswerte als offen gelten, ab welchem Ereignis die Laufzeit zählt und woran sich „ungewöhnlich“ misst – am Durchschnitt, am Auftragstyp oder an einer vereinbarten Frist.

  • „Welche Neukunden haben bereits mehrfach bestellt?“

    Setzt voraus: die Abgrenzung von Neukunde und Bestandskunde, die fachliche Verknüpfung zwischen Kunde und Bestellung und die Entscheidung, welche Bestellungen zählen – stornierte, retournierte, noch nicht bezahlte.

  • „Bei welchen Produktgruppen verändert sich das Buchungsverhalten?“

    Setzt voraus: eine eindeutige Zuordnung von Artikeln zu Produktgruppen über den ganzen Zeitraum – und eine Antwort auf die Frage, was mit Gruppen passiert, die es zwischenzeitlich umbenannt oder neu geschnitten hat.

Diese Fragen sind Beispiele für mögliche Fragestellungen und keine Zusage, dass sie in jedem System beantwortbar sind. Ob eine bestimmte Frage in Ihrem System trägt, hängt davon ab, ob die dafür nötigen Begriffe beschrieben werden können – und das zeigt sich am Datenmodell, nicht an einer Liste auf einer Website.

Was nicht passiert

Kein ERP-Wechsel notwendig.

Die naheliegende Sorge bei jedem Vorhaben rund um das führende System ist die Migration – und sie ist hier unbegründet. Ihre bestehende Software bleibt, wie sie ist: Es wird kein Modul ersetzt, kein Datenbestand umgezogen und keine Anpassung an Ihrem System vorgenommen.

Was hinzukommt, ist eine zusätzliche Zugriffsschicht daneben. Sie liest, sie schreibt nicht, und sie ist für den laufenden Betrieb Ihres ERP ohne Auswirkung – der Zugang ist ein eigener Benutzer mit ausschließlich lesenden Rechten.

Nowl ist kein ERP, kein ERP-Modul und kein Ersatz für Ihres. Es ist eine Schicht darüber, die Fragen beantwortet.

Das gilt ausdrücklich auch für die Reihenfolge: Ein Modernisierungsvorhaben am führenden System ist keine Voraussetzung. Die Erfahrung aus Architekturprojekten spricht eher dafür, zuerst zu klären, welche Fragen an das System überhaupt gestellt werden – die Antworten darauf sind oft die bessere Grundlage für die Frage, was modernisiert gehört.

Abgrenzung

Der Assistent Ihres Herstellers und eine eigene semantische Schicht.

Beides kann nebeneinander bestehen. Wenn die Auswertungsfunktion Ihres Herstellers Ihre Fragen abdeckt, ist sie der günstigere Weg – das gehört geprüft, bevor man etwas Eigenes beginnt.

Assistent des Herstellers
Eigene semantische Schicht
Kennt den Standard des Produkts
Kennt Ihre Anpassungen und Zusatzfelder
Endet an der Grenze des Systems
Kann mehrere Systeme in einer Frage verbinden
Fachliche Definitionen kommen vom Hersteller
Fachliche Definitionen kommen aus Ihrem Haus
Verarbeitungsort hängt vom Anbieter ab
Betrieb in Ihrer Infrastruktur möglich
Vorhanden, lizenziert, sofort nutzbar
Erschließung des Datenmodells fällt vorher an

Voraussetzungen

Wann der Ansatz greift – und wann nicht.

Gebraucht wird ein lesender Zugang zur Datenbank des Systems. Bei einer eigenbetriebenen oder gehosteten Installation ist das üblicherweise gegeben, bei über Jahre angepassten Installationen ebenso – dort liegt meist auch der interessante Teil, weil Ihre eigenen Felder und Regeln von keinem Hersteller-Assistenten abgedeckt werden.

Bei einer reinen SaaS-Instanz ohne Datenbankzugriff greift der Ansatz nicht. Das ist keine Frage des Aufwands, sondern eine des Zugangs, und daran ändert auch ein Projekt nichts.

Der Sourcecode ist eine zusätzliche Quelle, keine Bedingung: Ohne ihn entsteht das Fachmodell aus Datenmodell und Gesprächen mit dem Fachbereich, was mehr Abstimmung bedeutet. Die Analyse ist heute auf Java ausgerichtet – bei einer anderen Sprache klären wir vorab, was davon trägt, statt es zuzusagen.

Was sich in Ihrer Systemlandschaft ändert

Grenzen

Was Sie von dieser Seite nicht ableiten sollten.

Es gibt keine fertige Anbindung für ein bestimmtes ERP-Produkt. Erschlossen wird Ihre Installation mit Ihren Anpassungen – genau das ist der Punkt, und genau deshalb gibt es keine Liste unterstützter Systeme, in der Ihres entweder steht oder nicht.

Das Produkt ist in der Pilotphase. Auf dieser Seite stehen deshalb keine Laufzeiten, keine Trefferquoten und keine Kundennamen. Was belastbar ist, ergibt sich aus einer Sichtung Ihres Datenmodells und nicht aus einer Zahl in einer Marketingaussage.

Und die Antwortqualität ist an das Fachmodell gebunden. Erkannt wird, dass ein Begriff fehlt – nicht, dass ein vorhandener Begriff falsch beschrieben ist. Dagegen hilft, dass jede Antwort ihre Regeln offenlegt und Ihre Fachbereiche sie prüfen können.

Wie ein Pilotprojekt abläuft

Häufige Fragen

Fehlt Ihnen eine Frage? Ausführliche Antworten zu Betrieb und Datenzugriff stehen auf der Sicherheitsseite.

Ist Nowl ein ERP-System oder ein Zusatzmodul für unser ERP?

Weder noch. Nowl verwaltet keine Stammdaten, bucht nichts und ersetzt keine Funktion Ihres Systems. Es liest Ihre Datenbank und beantwortet Fragen dazu.

„ERP“ steht auf dieser Seite als verständliche Bezeichnung für das System, in dem Ihre operativen Daten liegen. Ob das ein Standardprodukt, eine stark angepasste Installation oder eine Eigenentwicklung ist, ändert am Ansatz nichts – wohl aber am Aufwand der Erschließung.

Funktioniert das mit unserem ERP-Produkt?

Die entscheidende Frage ist nicht das Produkt, sondern der Zugang: Gibt es eine relationale Datenbank, auf die lesend zugegriffen werden kann? Umgesetzt sind PostgreSQL und MySQL, MySQL zusätzlich in der Alpha erprobt; andere relationale Systeme sind damit nicht ausgeschlossen.

Eine Liste unterstützter ERP-Produkte wäre an dieser Stelle irreführend. Zwei Installationen desselben Produkts unterscheiden sich nach Jahren der Anpassung stärker voneinander als von einem anderen Produkt – und genau diese Anpassungen sind der Teil, um den es geht.

Brauchen Sie unseren Sourcecode, oder reicht die Datenbank?

Die Datenbank reicht als Ausgangspunkt. Der Sourcecode ist eine zusätzliche Quelle, die die Erschließung erheblich abkürzt: Berechnungen, Statusübergänge und Sonderfälle stehen dort, und sie müssten sonst im Gespräch mit Ihren Fachbereichen rekonstruiert werden.

Ohne Sourcecode funktioniert der Ansatz also, kostet aber mehr Abstimmung. Was mit dem Code passiert, wie lange er wo liegt und wer Zugriff hat, regeln wir vor der Sichtung schriftlich – das ist bei einer Individualsoftware zu Recht die erste Rückfrage.

Was passiert bei einem Update unseres ERP?

Solange sich Tabellen und Spalten nicht ändern, ändert sich nichts. Betrifft ein Update das Datenmodell, sind die beschriebenen Begriffe betroffen, die auf die geänderten Felder zeigen – und weil im Modell steht, woraus ein Begriff entsteht, lässt sich benennen, welche das sind.

Das ist Pflegeaufwand und wird hier auch so genannt. Ein Modell, das sich selbst aktuell hält, gibt es nicht. Der Unterschied zu heute ist, dass die Anpassung einmal an einer Stelle passiert und nicht in jedem betroffenen Report einzeln.

Müssen wir vorher unsere Daten bereinigen?

Nein, und ein Bereinigungsprojekt als Vorstufe wäre meist die falsche Reihenfolge. Ausgewertet wird der Bestand, wie er ist; Dubletten, verwaiste Datensätze und historische Altlasten gehören zur Ausgangslage und werden im Fachmodell beschrieben statt vorher beseitigt.

Umgekehrt wird oft ein Schuh daraus: Die erste ernsthafte Auswertung legt regelmäßig offen, wo der Datenbestand nicht dem entspricht, was alle angenommen haben. Diese Erkenntnis ist ein brauchbarer Ausgangspunkt für eine Bereinigung – nur eben danach und nicht davor.

Sieht dann jeder Mitarbeiter alle Zahlen aus dem ERP?

Nein. Welche Bereiche eine Rolle abfragen darf, wird festgelegt, und die Prüfung findet vor dem Datenzugriff statt – nicht als Filter auf einem bereits gelesenen Ergebnis.

Wie diese Grenze technisch verankert ist und warum das Sprachmodell dabei keine Zugangsdaten erhält, steht ausführlich auf der Seite zum Datenbankzugriff.

Verwandte Themen

Angrenzende Fragen, jeweils auf einer eigenen Seite beantwortet.

Finden wir heraus, was Ihre bestehende Software bereits weiß. Eine Frage, die heute niemand schnell beantworten kann, ist der beste Einstieg.