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Service & Auftragsabwicklung

Einzelvorgänge sieht man im System. Muster nicht.

Ob sich Reklamationen auf ein Produkt, einen Zeitraum oder einen Standort häufen, sieht man erst, wenn jemand die Vorgänge auszählt. Den Grund zum Auszählen hat man ohne die Auszählung nicht.

Drei Fragen aus diesem Bereich

So sieht eine Antwort aus – und das ist der Grund, warum sie heute nicht kommt.

Branchentypische Fragen, keine Kundenfälle: Nowl ist in der Pilotphase, und Zahlen aus Pilotprojekten kommen erst auf diese Website, wenn sie freigegeben sind. Die Werte in den Karten zeigen das Format einer Antwort, nicht ein Messergebnis.

Beispielfrage · Fertigung
Frage
Bei welchen Produkten haben sich Reklamationen im letzten Quartal gehäuft?
Antwort
Eine Häufung, die in dem Quartal auffällt, in dem sie entsteht, und nicht im Jahresrückblick.
ProduktFällezum Vorquartal
Baugruppe 471123+ 15
Baugruppe 22109+ 1
Zubehörsatz M7− 3
Warum das von Hand schiefgeht

Einzelvorgänge sind im System einsehbar, Häufungen nicht. Von Hand fällt eine Häufung erst auf, wenn jemand auszählt – und den Grund zum Auszählen hat man ohne die Auszählung nicht.

Beispielfrage · Dienstleistung
Frage
Wie lange dauert ein Vorgang im Schnitt von der Erfassung bis zum Abschluss, aufgeteilt nach Standort?
Antwort
Ein Vergleich zwischen Standorten, der an einer Definition hängt und nicht an unterschiedlicher Erfassungsdisziplin.
StandortVorgängeDauer im Schnitt
Nord4186,2 Tage
West3779,8 Tage
Süd2955,4 Tage
Warum das von Hand schiefgeht

„Abgeschlossen“ hat in den meisten Systemen mehrere Statuswerte – fachlich erledigt, abgerechnet, archiviert. Welcher gemeint ist, entscheidet über die Dauer, und ein Report nimmt den, der in der Auswahlliste zuerst steht.

Beispielfrage · Großhandel
Frage
Bei welchen Aufträgen war Nacharbeit nötig, und wie oft betraf das denselben Kunden?
Antwort
Zwölf Kunden, bei denen Nacharbeit ein Muster ist – und nicht 146 Einzelvorgänge ohne Zusammenhang.
KennzahlWert
Aufträge mit Nacharbeit146
betroffene Kunden88
Kunden mit mehr als zwei Fällen12
Warum das von Hand schiefgeht

Die Frage verbindet zwei Fachbereiche: Aufträge und Servicevorgänge. Solange beide getrennt ausgewertet werden, sieht niemand, dass sich ein Teil der Fälle auf wenige Kunden verteilt.

Eine Ebene darüber

Und wenn der Verzug gar nicht im Service entsteht?

Eine Auswertung über Servicevorgänge kann nur zu einem Ergebnis kommen: dass der Service langsamer geworden ist. Liegt die Ursache beim fehlenden Teil oder bei einer verkürzten Zusage, wird sie erst sichtbar, wenn Logistik und Vertrieb Teil derselben Untersuchung sind.

Das Fachwissen dafür kommt aus Ihrem Haus – beschrieben in der semantischen Schicht. Das Vorgehen bringt das Modell mit. Die Arbeitsweise setzt voraus, dass es Zwischenergebnisse bewerten darf, und gehört damit zum Betriebsmodus mit angebundener KI-Anwendung.

Beispielauftrag · Fertigung
Auftrag

Unsere Servicevorgänge dauern länger als zugesagt. Finden Sie heraus, an welcher Stelle die Zeit verloren geht.

Die Durchlaufzeit steht in jedem Servicebericht. Was nicht darin steht, ist die Aufteilung auf Arbeiten und Warten.

Teilfragen, die daraus abgeleitet werden
  1. In welchem Bearbeitungsschritt liegen die Vorgänge am längsten?

    Service Ob die Zeit beim Bearbeiten oder beim Warten entsteht. Das sind zwei Probleme, und nur eines davon löst mehr Personal.

  2. Wie verteilt sich der Verzug auf Standorte und Vorgangsarten?

    Service Ob es überall passiert oder an einer Stelle – und ob eine Vorgangsart es trägt.

  3. Bei welchen Vorgängen wurde auf ein Teil gewartet, und wie lange?

    Ersatzteile Ob die Wartezeit außerhalb des Service entsteht und dort niemandem zugerechnet wird.

  4. Woher kommt die zugesagte Dauer, und hat sie sich im Zeitraum verändert?

    Vertrieb Ob die Vorgänge länger dauern oder die Zusage kürzer geworden ist. Beides sieht in der Abweichung gleich aus.

  5. Bei welchen Vorgängen war Nacharbeit nötig, und wie oft betraf das denselben Kunden?

    Service Ob ein Teil der Zeit doppelte Arbeit an denselben Fällen ist.

  6. Überschneiden sich die Wartefälle aus Schritt drei mit den Nacharbeitsfällen aus Schritt fünf?

    Verknüpfung Ob Wartezeit und Nacharbeit dieselbe Ursache haben oder zwei getrennte sind.

Befund

Die Bearbeitungszeit ist unverändert – der Verzug entsteht zur Hälfte daran, dass die zugesagte Dauer im Zeitraum verkürzt wurde, ohne dass im Service etwas angepasst wurde. Die andere Hälfte ist Wartezeit auf Teile, und die konzentriert sich auf einen Standort. Die Nacharbeitsfälle überschneiden sich damit nicht.

Warum das heute nicht stattfindet

Der Vorgang liegt im Service, das Teil in der Logistik und die Zusage im Vertrieb. Eine Auswertung, die nur die Servicevorgänge betrachtet, kommt zwangsläufig zum Ergebnis, dass der Service langsamer geworden ist – und das ist hier nicht der Fall.

Warum das heute liegen bleibt

Durchlauf, Häufungen, Nacharbeit

Eine Häufung, die erst im Jahresrückblick auffällt, ist keine Erkenntnis mehr.

Die Vorgänge selbst sind vollständig erfasst. Was fehlt, ist der Blick über sie hinweg – und der scheitert an einem Detail: „abgeschlossen“ hat in den meisten Systemen mehrere Statuswerte. Fachlich erledigt, abgerechnet, archiviert sind drei verschiedene Zeitpunkte.

Kommt dazu, dass der Statusverlauf historisiert ist, zählt eine naheliegende Auswertung Statuswechsel statt Vorgänge. Das Ergebnis sieht dann richtig aus und ist es nicht – und im Schema ist der Unterschied nicht erkennbar.

Was sich im Alltag ändert

Drei Punkte, an denen der Unterschied im Arbeitstag ankommt.

  • Der Zeitraum ist frei wählbar

    Letztes Quartal, letzte sechs Wochen, seit der Umstellung: Die Frage ist dieselbe, nur der Zeitraum wechselt – und die Zählregel bleibt.

  • Zwei Fachbereiche in einer Frage

    Aufträge und Servicevorgänge zusammen auszuwerten ist der Punkt, an dem eine Einzelauswertung nicht mehr genügt. Genau dort entstehen die Muster.

  • Statuswerte werden gegen echte Daten geprüft

    Welche Werte in einer Statusspalte tatsächlich vorkommen, wird nachgesehen und nicht aus dem Spaltennamen abgeleitet.

Und was dafür nötig ist

Die Fachbegriffe dieses Bereichs müssen einmal verbindlich beschrieben werden – eine Handvoll Kernbegriffe und ihre Zeitbezüge. Das ist der Aufwand, und er steht im Pilotprogramm mit Ablauf und Beteiligten.

Ablauf und Aufwand im Pilot

Schreiben Sie drei Fragen auf, die heute liegen bleiben. Daran zeigt sich am schnellsten, ob der Ansatz trägt.

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